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Arbeitsgruppe „Gesundheitliche Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche durch Corona"-Pandemie

Am 8.02.2023 wurde der Abschlussbericht der interministeriellen Arbeitsgruppe (IMA) vorgestellt über „Gesundheitliche Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche durch Corona". Präsentiert wurde er von Karl Lauterbach und Lisa Paus.


Der Bericht enthält diese beiden Kernaussagen:


  1. Die Folgen der COVID-19-Pandemie für Kinder und Jugendliche hielten bis heute an. Derzeit seien 73 % der Kinder und Jugendlichen psychisch belastet.

  2. Die psychotherapeutische Versorgung für Kinder und Jugendliche in Deutschland sei hervorragend.


An der inhaltlichen Erstellung dieses Berichtes beteiligt waren zum Beispiel Vertreter*innen des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband), von den Kassenärztlichen Vereinigungen, die per Gesetz die Sicherstellung mit ausreichend Psychotherapie zu verantworten haben und von Berufsverbänden:


  • Susanne Armbruster: Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)

  • Bernhard Gibis: Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Leiter des Dezernats Versorgungsmanagement

  • Christina Schilling: Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)

  • Bernhard Egger: GKV-Spitzenverband

  • Antje Gottberg: GKV-Spitzenverband

  • Andreas Storm: Vorsitzender des Vorstands der DAK-Gesundheit

  • Gundolf Berg: Vorstandsvorsitzender des Berufsverbandes für Kinderund Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland e.V. (BKJPP)

  • Reinhard Berner: Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Dresden, Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ)

  • Malte Bödeker: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Leiter des Referats Kinder und Heranwachsende

  • Inés Brock-Harder: Vorsitzende des Bundesverbandes für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (bkj)

  • Jörg Dötsch: Direktor der Kinder- und Jugendklinik an der Uniklinik Köln, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ)

  • Thomas Fischbach: Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ)

  • Christina Gassner: Geschäftsführerin der Deutschen Sportjugend (dsj)

  • Christiane Gotte: Vorsitzende des Bundeselternrates

  • Walter Haas: Robert-Koch-Institut (RKI)

  • Heike Hölling: Robert-Koch-Institut (RKI), Leiterin des Fachgebiets Psychische Gesundheit

  • Michael Kölch: Direktor der Klinik für Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter der Universitätsmedizin Rostock, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP)

  • Claudia Korebrits: Gesundheitsamt der Stadt Leipzig, Bundessprecherin des Fachausschusses Kinder- und Jugendgesundheit im Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdiensts (BVÖGD)

  • Susanne Kuger: Deutsches Jugendinstitut (DJI)

  • Julika Loss: Robert-Koch-Institut (RKI), Leiterin des Fachgebiets Gesundheitsverhalten

  • Mechthild Paul: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Leiterin des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH)

  • Ulrike Ravens-Sieberer: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Zentrum für Psychosoziale Medizin, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik, Forschungssektion „Child Public Health“

  • Ulrich Schiffner: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGKiZ)

  • Ute Thyen: Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universität zu Lübeck, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin e.V.

  • Sabine Walper: Vorstandsvorsitzende und Direktorin des Deutschen Jugendinstituts (DJI)


Hat die Pandemiebekämpfung einen "Tsunami" psychischer Störungen verursacht?


Berufsverbände veröffentlichten während der Pandemie Umfragen unter ihren Mitglieder*innen: In diesen Umfragen wurde benannt, dass sehr viel mehr psychisch erkrankte Menschen in den Psychotherapiepraxen sich gemeldet hätten. Studien wie diese trugen zum Gesamtbild bei, dass COVID-19 zu einer enormen weltweiten Zunahme an psychischen Erkrankungen geführt habe. Dies scheint der Abschlussbericht der Ministerien zu bestätigen: 73% aller Kinder und Jugendlichen seien psychisch belastet.


In anderen Ländern wie Großbritannien gab es, genau wie in Deutschland, auch Praktiker*innen, die meinten, die Zahl psychisch Erkranter durch die Pandemie sei einzigartig. Gleichzeitig gab es dort, anders als in Deutschland, die Diskussion, ob das wirklich stimmt.



Abschussbericht zum Download

Der IMA-Abschlussbericht "Gesundheitliche Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche durch Corona" zum Download:




Meinung

Meiner Meinung nach gibt es im interministeriellen Abschlussbericht Unstimmigkeiten im Bereich Psychotherapie. Dort steht zum Beispiel: Durch die Gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung "können deutlich mehr Kinder und Jugendliche mit qualifizierten Therapieangeboten erreicht werden". Die Gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung sei als erste "Abhilfe" gegen den Therapieplatzmangel eingeführt worden. Ich meine, diese Aussagen können nur von Menschen stammen, die keine Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie haben, also gar nicht die gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung anbieten oder durchführen.


Was das Bundesgesundheitsministerium derzeit vorbereitet



Kritik durch die Psychotherapeutenkammer

Der Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer Dietrich Munz kritisiert die Pläne des Bundesgesundheitsminister und des Bundesministeriums für Gesundheit:


„Das BMG ignoriert die Ziele des Koalitionsvertrages und blendet zudem die Faktenlage aus“

Gerade Psychotherapeut*innen für Kinder und Jugendliche hätten sehr viel mehr Patient*innen zu behandeln, als ihnen möglich ist:


"Die Praxen unserer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen sind seit Langem überlaufen. Die aktuellen Krisen haben die schlechte Ausgangslage dramatisch verschärft"

Statt mehr Behandlungsplätze zu schaffen, wurde das Bündnis für die junge Generation geschaffen. Außerdem starte im Sommer 2023 das Programm "Mental Health Coaches" an den Schulen in Deutschland.

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