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Der Ankereffekt bei der Gerichtsverhandlung zum "Dreifachmord von Starnberg"

Der Strafverteidiger Dr. Alexander Stevens erwähnt in seinem Plädoyer vor Gericht die Forschung des Psychologen und Nobelpreisträgers Daniel Kahneman: Im sogenannten Dreifachmord von Starnberg führt er vor Gericht den Ankereffekt aus.


Der anchoring effect beschreibt, dass Menschen bei Entscheidungen von Umgebungsinformationen beeinflusst werden, ohne dass ihnen dieser Einfluss bewusst wird. Die Umgebungsinformationen werden als der „Anker“ bezeichnet, an dem sich die Entscheidung orientiert.


Alexander Stevens sagt, die Staatsanwaltschaft am Landgericht München II nutze "manipulative Tricks", die in der Praxis leider gut funktionieren würden. Er beschreibt dann einen psychologischen Versuch, in welchem Probanden ein Glücksrad gedreht haben - anschließend sollten sie angeben, was sie für eine gezeigte Flasche Wein bezahlen würden; wer eine hohe Zahl zuvor beim Glücksrad erzielt hatte, gab tendenziell einen höheren Geldbetrag aus.


Teile des Plädoyers veröffentlichte Alexander Stevens im Podcast von Bayern3 TRUE CRIME - Tödliche Verbrechen: Episode 32 "Ihr fragt, wir antworten + Spezial: Das Plädoyer" vom 3.03.2023.



Der Ankereffekt wird von Hans-Peter Erb von der Helmut-Schmidt-Universität erklärt im Kanal "Sozialpsychologie mit Prof. Erb". Eines seiner Forschungsschwerpunkte ist die Urteilsbildung und daher auch kognitive Verzerrungen.



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