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Dokumentation über eine Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie: "Auf Station"

Über 800.000 Menschen wurden im Jahr 2021 vollstationär psychiatrisch-psychotherapeutisch behandelt. Der WDR zeigt die Dokumentation "Auf Station - mein Leben in der Psychiatrie", eine Miniserie von Ulf Eberle.

"Es ist die Realität im Krankenhaus, dass manche Patienten wiederkehren und man einigen gar nicht helfen kann. Das kann frustrierend und traurig sein",

sagt Dr. Heike Gräfin Stenbock-Fermor, leitende Oberärztin der LVR-Klinik Düren. LVR steht für Landschaftsverband Rheinland. Im Report Psychotherapie 2021 der DPtV wird beschrieben, dass es einen hohen "Drehtüreffekt" gibt:


"Innerhalb von vier Monaten nach Entlassung werden über 40 Prozent der Patient*innen wieder stationär aufgenommen"

Gezeigt wird in der Doku "Auf Station" beispielsweise David, der wegen einer psychotischen Symptomatik gegen seinen Willen in der Klinik aufgenommen wird. Den ersten Klinikaufenthalt bricht er ab. Er sieht nicht ein, dass er eine Psychose hatte und dass sein Cannabiskonsum ein Grund dafür sein könnte. David sucht schließlich das Gespräch mit dem Genesungsbegleiter Dirk Christians. Genesungsbegleitende sind ehemalige Patient*innen, die nach einer einjährigen Ausbildung andere psychisch Erkrankte bei ihrer Heilung unterstützen.


Gesellschaftliche Kosten

Der DPtV-Report führt auf, dass die direkten Kosten für die vollstationäre Behandlung psychischer Störungen im Jahr 2015 24,9 Mrd. Euro betrugen. Psychische

Erkrankungen verursachen von allen Erkrankungen die höchsten stationären Kosten.


Zum Vergleich: Ambulante Psychotherapie führte im Jahr 2019 zu GKV-Kosten in Höhe von ca. 2,7 Mrd. Euro (sogenannte extrabudgetäre Kosten). Das sind 1,1% der GKV-Gesamtausgaben (239,5 Mrd. Euro).


Psychopharmaka verursachten in der GKV im Jahr 2019 Nettokosten von ca. 1,8 Mrd. Euro.


Kaum Psychotherapie in Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie

Die Bun­despsychotherapeutenkammer mahnt seit Jahren, dass es in Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie so wenig Psychotherapie gibt. Dadurch sei eine leitliniengerechte Behandlung kaum möglich.

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