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Psychotherapie bei komplexer PTBS: DBT-PTBS

In einer Fortbildung heute am 9.11.2022 berichtete Prof. Dr. Martin Bohus von der neuen ICD-11 Diagnose „Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung"(kPTBS). Diese Diagnose erfordert zunächst die "klassischen Symptome" der PTBS:


Die Konfrontation mit Tod oder Lebensbedrohung,

ernsthafter Verletzung oder sexueller Gewalt entweder durch direktes Erleben oder Zeugenschaft oder

das Erfahren, dass das Ereignis oder die Ereignisse

einem Verwandten oder Freund passierten oder die wiederholte Konfrontation mit aversiven Details des Ereignisses / der Ereignisse &

unkontrollierbares Trauma-Wiedererleben (Intrusionen, Flashbacks, Alpträume) & Vermeidungsverhalten & Übererregung (Hyperarousal).


Hinzu kommen schwere und anhaltende Probleme in der Emotionsregulation, im Selbstkonzeptes und in der sozialen Interaktion /Beziehungsfähigkeit.


Martin Bohus stellt die DBT-PTBS vor, ein Therapieansatz für Patient*innen mit komplexer Posttraumatischer Belastungsstörung nach interpersoneller Gewalterfahrung (sexueller und/oder körperlicher Gewalt) in Kindheit und Jugend, das auch für Borderline-Patient*innen geeignet ist.


DBT-PTBS fokussiert auf die wichtigsten aufrechterhaltenden Pathomechanismen der komplexen PTBS. Die zentralen Behandlungsziele sind deshalb:


  1. Abbau von dysfunktionalem Vermeidungs- und Fluchtverhalten (Suizidgedanken; Selbstverletzungen; aggressive Durchbrüche, Dissoziation).

  2. Entwicklung von Toleranz gegenüber trauma-assoziierten Erinnerungen, Emotionen und körperlichen Wahrnehmungen.

  3. Relativierung von trauma-assoziierten Selbstkonzepten (Schuld; Scham; Körper-Ekel; Selbsthass).

  4. Akzeptanz der defizitären Vergangenheit.

  5. Aufbau eines sinnerfüllten Lebens


Im Zentrum der Behandlung steht dabei die Skills-assistierte in-sensu Exposition.


Die Patient*innen lernen, dass die bislang gemiedenen trauma-assoziierten Emotionen tolerierbar sind und korrigieren so ihre zentralen Befürchtungen.


Das Vorgehen kann erlernt werden:

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