top of page

Was bei Schlafproblemen hilft

Die Leitlinie für die häufigste Form von Schlafprobleme, die nicht-organische Insomnie, empfiehlt die Kognitive Verhaltenstherapie bei Insomie (KVT-I) als Mittel der ersten Wahl. Dabei können Betroffene eine Vielzahl an Einflussmöglichkeiten kennen lernen auf den Schlaf: Zum Beispiel regelmäßige Bettzeiten (aufstehen zur selben Zeit), regelmäßige körperliche Bewegung am Tag, und die Grundregeln der Schlafhygiene. Dazu gehören unter anderem der Verzicht auf Substanzen wie Alkohol / Nikotin / Cannabis / Koffein, die Begrenzung (Restriktion) der Bettzeiten inklusive Aufstehen bei Schlaflosigkeit, keine elektronischen Geräte im Bett nutzen, nicht im Bett essen, das Erlernen eines Entspannungsverfahrens und die Beeinflussung der Schlafumgebung (Temperatur, Helligkeit, Geräusche).


Ingo Fietze ist Leiter des Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrums der Charité,  Facharzt für Innere Medizin, Pulmologe, Somnologe. Im Spiegel-Interview scheint eine etwas andere Sicht zu vertreten. Er plädiert für Medikamente bei manchen Schlafstörungen:


"Ich kann aber bei einer schweren Schlafstörung mithilfe von Medikamenten den Teufelskreis unterbrechen. Das ist oft notwendig"

Zur Diagnostik einer schlechten Schlafqualität empfiehlt er das Schlaflabor:


"Wenn es um die Qualität geht, sollte man den Schlaf in einem Labor vermessen lassen"

Als Hauptursache der nicht-organischen Insomnie sieht er einen "Defekt", den er mit Krebserkrankungen vergleicht:


"Die eigentliche Ursache einer Insomnie ist jedoch nicht das Verhalten, sondern ein Defekt im Schlaf-Wach-System"

Ingo Fietze meint, Menschen würden zu oft glauben, dass psychische Faktoren und Verhaltensfaktoren eine Rolle spielen würden bei der Insomnie. Entspannungsverfahren seien nur hilfreich für Menschen, die keine Schlafprobleme haben, "wer schon daran leidet, dem wird ein Entspannungsritual kaum mehr helfen".

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Verbeamtung und Psychotherapie: Ist das möglich?

Ja. Man kann grundsätzlich verbeamtet werden, wenn man in der Vorgeschichte wegen einer psychischen Störung eine Psychotherapie erhalten hat. Wichtig ist aber wissen: Dies wird immer im Einzelfall zu

Comments


bottom of page